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  Wenns geht: Wände und Dämme
Geschickt Bauen im Lärm
 

Mehr leisere Mobilität

Das Wichtigste in Kürze
Überblick
Ein grosses Potential des Lärmschutzes liegt bei der individuellen Fahrweise. Ein intelligenter Fahrstil führt zu deutlich weniger Lärm und verringert dazu auch noch den Treibstoffverbrauch.
Eco-Drive ist auch Silent-Drive
Eine weitere Möglichkeit, Verkehrslärm an der Quelle zu mindern, ist der Einbau von lärmarmen Strassenbelägen.
Lärmarme Strassenbeläge
Ein Lastwagen ist gleich laut wie 10 bis 15 Personenwagen.
Massnahmen bei Lastwagen
Durch die Herabsetzung des höchstzulässigen Schallgrenzwerts beim Antriebsgeräusch von Personenwagen dominieren heute bereits ab 40 km/h die Reifengeräusche und nicht mehr der Antriebslärm.
Montage lärmarmer Reifen
Nicht alle Motorfahrzeuge sind gleich laut. Beim Kauf sollte man darauf achten.
Kauf eines leiseren Autos
Die Eisenbahn ist zwar ein sehr umweltfreundliches Verkehrsmittel, nur leise ist sie nicht.
Auch die Bahn kann leiser werden

Überblick nach oben

Lärmschutz an der Quelle ist nicht sonderlich spektakulär und vermag die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit - anders als etwa der Bau einer Autobahnüberdeckung - kaum auf sich zu ziehen. Trotzdem bringt gerade die Kombination verschiedener Massnahmen an der Quelle spürbare Lärmpegelreduktionen und ist langfristig erfolgversprechender sowie effizienter als der Bau von Lärmschutzwänden oder Schallschutzfenstern, welche den Lärm lediglich auf seinem Ausbreitungsweg eindämmen oder erst am Immissionsort dämpfen.

Eco-Drive ist auch Silent-Drive nach oben

Ein grosses Potential des Lärmschutzes liegt daher bei der individuellen Fahrweise. Ein intelligenter Fahrstil führt zu deutlich weniger Lärm und verringert dazu auch noch den Treibstoffverbrauch, den Schadstoffausstoss sowie das Unfallrisiko. Dieser sog. Eco-Drive hat zudem praktisch keine Zeiteinbusse und spürbar weniger Kosten für die Fahrzeugwartung zur Folge. Für den den Eco-Fahrstil gelten folgende Regeln:

1. Nächsthöheren Gang spätestens bei 2500 Touren einlegen
2. Verlangsamen durch Bremsen, nicht durch Herunterschalten
3. Schon innerorts in die höchsten Gänge schalten
4. Vorausschauend fahren - Geduld und Toleranz zeigen
5. Brüske Brems- und Beschleunigungsmanöver vermeiden
6. Motor nie unnötig "warmlaufen" lassen
7. Motor starten, ohne Gas zu geben


Aufgrund der Fortschritte in der Fahrzeugtechnologie in den letzten 15 Jahren ist es mit heutigen Autos problemlos möglich, niedertourig und damit lärmarm zu fahren. Frühzeitiges Hochschalten, wie es die Eco-Fahrweise fordert, führt nicht zu Motorproblemen. Im Gegenteil: Verschleiss, Motorkühlung und Öldruck sind dann optimal, wenn bei spätestens 2500 Touren hochgeschaltet wird.

Der Nutzen dieser Fahrweise ist verblüffend:

1. Weniger Treibstoffverbrauch: -15%
2. Weniger Schadstoffemissionen: -78% CO, -63% HC, -50% NOx
3. Weniger Unfälle: -10 bis 25%
4. Weniger Kosten für Wartung und Unfallfolgen
5. Mehr Komfort und weniger Fahrstress - praktisch kein Zeitverlust
6. Deutlich weniger Lärm


Quelle: Eco-Drive®, www.eco-drive.ch
Wer schon bei kleinen Geschwindigkeiten in hohe Gänge schaltet, profitiert von deutlich geringerem Treibstoffverbrauch. Der grüne Verlauf zeigt die optimale Gangwahl in Abhängigkeit der Geschwindigkeit.

Die Lärmminderung durch niedertourige Fahrweise ist enorm, denn der Pegel der Motorengeräusche steigt exponentiell mit der Drehzahl. Dem Eco-Drive kommt also gerade in besiedelten Gebieten eine wichtige Lärmschutzfunktion zu. Wenn alle Autofahrer diesen Fahrstil pflegen würden, könnte der Lärmpegel im Stadtverkehr um bis zu 4 dB gesenkt werden, was akustisch mehr als eine Halbierung der Verkehrsmenge bedeuten würde.

2000 U/min.
4000 U/min.
32 Personenwagen mit einer Motorendrehzahl von 2000/min. machen gleichviel Motorenlärm (ohne Reibungslärm der Reifen) wie ein einziges Auto mit 4000/min.


Lärmarme Strassenbeläge nach oben


Eine weitere Möglichkeit, Verkehrslärm an der Quelle zu mindern, ist der Einbau von lärmarmen Strassenbelägen (Drainbelägen). Im Vergleich mit anderen Lärmschutzmassnahmen (z.B. Wänden) haben sie den Vorteil, dass sie gerade innerorts gut realisierbar sind und das Ortsbild nicht beeinträchtigen. Im Rahmen von anfallenden Unterhaltsarbeiten werden in der Schweiz daher zunehmend solche Beläge eingebaut.

Der Drainbelag wurde ursprünglich nur auf Militärflugplätzen verwendet, um Aquaplaning beim Landen zu verhindern. Später erkannte man aber, dass seine wasserdurchlässige, poröse Deckschicht, welche Regenwasser zur Seite hin abführt, auf Strassen mit hohen Geschwindigkeiten auch eine lärmreduzierende Wirkung hat. Der Drainbelag ist nämlich nicht nur 5 bis 6 dB leiser als herkömmliche Beläge, sondern verschiebt auch die Geräuschfrequenz des Lärms nach unten, was allgemein als weniger lästig empfunden wird.

 
Das Reifen-Fahrbahn-Geräusch entsteht entweder durch Schwingungsanregung aufgrund von Unebenheiten des Belags im Bereich von 1 bis 50 cm oder durch den Lufteinschluss im Pneuprofil bei einem zu dichtem Belag (Air Pumping)
     
 
Ein porenreicher Drainbelag reduziert den Air-Pumping-Effekt durch eine verbesserte Entlüftung und hat zudem eine schallabsorbierende Wirkung.

Quelle: Strasse und Verkehr 06 / 2001

Weitere Informationen zum Thema "leise Strassenbeläge" gibt es im Modul Krachmacher.

Massnahmen bei Lastwagen nach oben


Ein Lastwagen ist gleich laut wie 10 bis 15 Personenwagen. Durch konsequente Motorenkapselung, geeignete Bereifung und gut isolierte bzw. gewartete Hilfsaggregate liessen sich die Lärmemissionen von Lastwagen gegenüber dem heutigen Stand aber um mind. 5 dB senken. Anreiz zur Förderung lärmarmer LKWs könnten z.B. zweckgebundene steuerliche Entlastungen sein.

Da der Schwerverkehr überproportional an der Erzeugung von Strassenlärm beteiligt ist, gilt in der Schweiz ein allgemeines Nachtfahrverbot für LKWs, zwischen 22.00 und 05.00 Uhr. Ohne dieses Verbot wäre es an unzähligen Orten schier unmöglich, die Nacht-Grenzwerte der LSV einzuhalten, was eine Vielzahl zusätzlicher Sanierungen nötig machen würde.

Montage lärmarmer Reifen nach oben

Durch die Herabsetzung des höchstzulässigen Schallgrenzwerts beim Antriebsgeräusch von Personenwagen dominieren heute bereits ab 40 km/h die Reifengeräusche und nicht mehr der Antriebslärm.

Obschon alle im Handel erhältlichen Reifen die vorgeschriebenen Grenzwerte einhalten, gibt es zwischen den verschiedenen Produkten aber dennoch beachtliche Schallpegelunterschiede von bis zu 3 dB. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn eine - bis heute noch nicht bestehende - Kennzeichnung lärmarmer Reifen vorgeschrieben und die Käuferschaft entsprechender Reifen beispielsweise von finanziellen Anreizen profitieren könnte.

Dies würde zusätzlichen Druck auf die Reifenindustrie ausüben, sich in diesem Bereich technologisch weiter zu entwickeln.
Leisere Reifen zeichnen sich durch eine besondere Kautschukmischung mit aufbereitetem Silizium aus. Zudem sind sie schmaler und weisen ein feineres Profil auf als herkömmliche Reifen, ohne dass sich dies nachteilig auf die Sicherheit auswirken würde. Durch diese Technologie wird auch eine Reduktion des Rollwiderstands um 30% erreicht, was eine Einsparung von 5% Kraftstoff nach sich zieht.

Kauf eines leiseren Autos nach oben

Obschon jedes neue Auto vor der Zulassung bei der Typenprüfung den gesetzlichen Lärmgrenzwert einhalten muss, sind - wie bei den Reifen - dennoch nicht alle Motorfahrzeuge gleich laut. Die Lärmemissionen der verschiedenen Autotypen variieren um mehrere Dezibel.

Wer einen Beitrag zur Lärmminderung leisten will, achtet deshalb schon beim Kauf eines neuen Autos auf einen leiseren Motor. Erfreulicherweise liegt die Berücksichtigung umweltschonender Kriterien denn auch mehr und mehr im Trend - PS, Hubraum und Ausstattung scheinen zum Glück nicht mehr die einzigen massgebenden Aspekte des Autokaufs zu sein.

Auch die Bahn kann leiser werden nach oben

Die Eisenbahn ist zwar ein sehr umweltfreundliches Verkehrsmittel, nur leise ist sie nicht; im Gegenteil: wir alle kennen den ohrenbetäubenden Lärm eines vorbeifahrenden Güterzugs. Dass es aber leiser ginge, beweisen uns die modernen und relativ lärmarmen Intercity-Züge. Wieso sind also nicht alle Züge gleich leise? Was wird bei der Bahn im Bereich Quellenlärmbekämpfung unternommen? Antworten dazu gibt es im Modul Krachmacher.


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